Tropischer Seelenzustand

Bali.

Bali ist mehr als ein Ort. 

Es ist eine Stimmung, besitzt eine Persönlichkeit und hat Ausstrahlung.

Es ist ein tropischer Seelenzustand. 

Dieser Zustand spiegelte sich definitiv im Klima wider. Denn als Maxi und ich in Bali ankamen, hatten wir einen kleinen Klimaschock. Die Luftfeuchtigkeit lag bei gefühlten 90% und wir fühlten uns wie in einen Dampfbad. Es erinnerte mich an meine erste Reise nach Asien und doch unterschieden sich Indonesien und Thailand in vielen Dingen vollkommen. 

Da es mitten in der Nacht war, hatten Maxi und ich uns über Booking.com für eine Nacht ein Bungalow gebucht, welches nicht allzu weit aus der Stadt zwischen Kuta und Uluwatu im Süden von Bali lag. Unser Vermieter war super lieb und von den aufdringlichen Taxifahrern mal abgesehen, war ich überwältigt von der Freundlichkeit der Indonesier. Unser Bungalow war zwar eher sporadisch eingerichtet, dafür bot uns die Dachterrasse umso mehr (siehe Titelbild).

Doch außer den malerischen Sonnenuntergängen hielt Bali noch so viel mehr für uns bereit. Nach zwei Nächten ging es für Maxi und mich nach Uluwatu, wo wir den tropischen Seelenzustand erst richtig zu spüren bekamen. Naja.. mit der kleinen Ausnahme, dass die ersten Tage für mich eher ein tropisches Unwetter waren, da ich mit Fieber und Magenkrämpfen im Bett lag: Der berühmte „Bali Belly“. Ich musste mich erst einmal wieder an die mangelnde Hygiene, die Temperaturen und das Essen gewöhnen. Aber wo wir gerade vom Essen sprechen: Asiatische Speisen sind einfach durch nichts zu ersetzen! Gerade noch hatten wir in dreckigen Hostelküchen selber kochen müssen und nun speisten wir in Restaurants mit Meerblick. Ich konnte also eigentlich nicht klagen!

 

Außerdem war Maxi eine gute Mia-Gesund-Pflegerin, da sie morgens mit dem Roller frische Früchte vom Markt holte und uns ein Frühstück zauberte. Das beste daran: Es gab frische Kokosnüsse direkt von der Palme. 

 Uluwatu ist DER Surfspot in Bali, und aus dem Grund trafen wir hier auch keinen anderen als unsere drei Hawaiianischen Surfergirls Jenny, Josy und Joline. Zusammen auf dem Roller – den man hier übrigens nicht an einer Tankstelle sondern an jeder Straßenecke mit Benzin aus leeren Vodkaflaschen betanken lässt – erkundeten wir die umliegenden Strände und gingen ins legendäre Single Fin, ein Open Air Club, in dem am Abend, nach einem wellenreichen Tag, alle Surfer aus der ganzen Welt zusammentreffen und tanzen, trinken und small talken. Die gewisse Ausstrahlung von Bali, spürte ich genau hier das erste Mal. Jeder hatte nur positive Gedanken und wirkte so zufrieden und ausgeglichen, es war wie Magie.

Mein Highlight in Uluwatu war jedoch das glückliche Zusammentreffen mit drei kleinen Hundebabies, die ich am liebsten alle mit nach Hause genommen hätte. Da dies leider nicht möglich war, schenkte ich den Kleinen all meine Liebe und mehrere, intensive Kuscheleinheiten. 

Nach genug verteilter Liebe reisten Maxi, Josy, Joline und ich weiter auf die Gili Inseln, wo wir bekannte Gesichter wieder trafen, unser erstes Erlebnis mit Extra Jozz machten und ich den wahrscheinlich besten Tag meines Lebens hatte.

 Aber dazu im nächsten Blog mehr 🙂

Fühlt euch so geliebt, wie die kleinen Welpen von eurer Mia!

An Eternity in One Year

Von Melbourne nach Sydney für $0?! Für Maxi und mich kein Problem. Über die Internetseite CoSeats fanden wir eine Mitfahrgelegenheit bei einem unfassbar herzlichen Mann, welcher seinen Job als LKW-Fahrer nach 15 Jahren aufgegeben hatte, da er mehr Zeit für seine zwei jungen Töchter haben wollte. Er war auf dem Weg nach Sydney, um sein eigenes Unternehmen zu gründen. Seine Frau war eine Opernsängerin, von der er uns einige Stücke zeigte. Er lud uns sogar zum Lunch ein auch wenn wir eigentlich als Dankeschön ihn einladen wollten. Doch er bestand drauf! 

In Sydney angekommen schenkten wir ihm eine große Mercipackung und einen guten Wein aus McLaren Vale.

Die Hostelpreise in Sydney sind wirklich furchtbar hoch und auch wenn Maxi und ich schon bei der Fahrt Geld sparen konnten, wollten wir nicht mehr zahlen als nötig.

Also beschlossen wir im Rotlichtviertel Kings Cross nach einem günstigeren Hostel zu suchen.

Nach mehreren abgeklapperten Hostels, in denen die Laken durchlöchert und staubig, die Zimmer überfüllt und muffig und die Kakerlaken überall anzutreffen waren, fanden wir ein einigermaßen sauberes Hostel für einen guten Preis.

Da Maxi bei ihrem ersten Aufenthalt in Sydney zu Sylvester nur zwei Tage da war und noch nicht viel gesehen hatte, holten wir das dieses Mal nach.

Natürlich besichtigten wir nochmal das Opera House und liefen über die Harbourbridge. Auf der anderen Seite der Stadt befindet sich der Luna Freizeitpark. Die Fahrgeschäfte waren leider viel zu überteuert, aber dafür die Aussicht auf Sydneys Skyline und den Hafen grandios. 

Und auch den Bondi Beach durften wir nicht auslassen. Auch wenn es dieses Mal zu kalt war, um Baden zu gehen, schauten wir uns den Sonnenuntergang an und die neuen Graffitis an der Promenade.

An einem Abend mussten wir natürlich nochmal ins Scary Canary, unser liebster Club um tanzen zu gehen. Wir trafen Julien, einen Berliner den ich aus McLaren Vale kannte und Lana, welche damals mit in Cairns war. Mit den beiden gingen wir auch noch ein aller letztes Mal zu Bettys Burgers und gönnten uns wie immer den Mushroomburger – ein Traum!! 

Die übrigen Tage ging es mir nicht so gut (ob das wohl an Sydney lag?) und ich blieb die meiste Zeit im Hostelbett während Maxi alleine die Stadt unsicher machte.   

Noch ein letztes Mal flogen wir innerhalb Australiens und verabschiedeten und von der Weltmetropole Sydney aus der Luft. Mir ging es schon viel besser als wir wieder landeten. Eine tropische Luft empfing uns und wir waren wieder an dem Ort, wo wir vor genau einem Jahr angekommen waren: Ganz im Nordosten Australiens in Cairns! 

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Ich freute mich riesig wieder hier zu sein, denn wir trafen Cara, Hanna und Ruwen wieder, welche alle aus verschiedensten Richtungen angereist waren.

Ich wurde leicht wehleidig, als wir wieder ins Northen Greenhouse eincheckten. Alles war wie vor einem Jahr und auch die Lagune und das Woolshed (ein weiterer Club) war unverändert und trotzdem war irgendwas anders. Wir waren anders. Ein ganzes Jahr voller Erfahrungen, Erlebnissen und Abenteuern lagen dazwischen und zudem fehlten die anderen Backpacker, die wir damals hier kennen gelernt hatten. Natürlich war es schön wieder in Cairns zu sein, tolle Erinnerungen kamen wieder hoch. 

Und doch wünschte ich mir alles nochmal erleben zu dürfen. Cairns war der Anfang einer unvergessen Reise gewesen und nun auch das Ende.

Am letzten Tag schossen Maxi und ich noch ein Bild am gleichen Ort, wo auch das erste Bild in Australien entstanden ist:

Am Abend gab es ein großes Abschieds-BBQ an den freien Grillplätzen im Park mit Joel (vom Convoy), seinem Bruder, ein paar Leuten vom Hostel und uns natürlich!

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Perfekter Abschluss

Dann hieß es Abschied nehmen und das mit einem weinenden und einem lachenden Auge! 

All meine Gedanken die mir im Kopf herumschwirrten habe ich versucht aufzuschreiben und in einen Text zu fassen.. gar nicht so einfach:

Australia. Where should I start? So many thoughts on my mind I can’t catch them all and compress them into words. 

Australia. A simple blink and an entire eternity at the same time.

The time just flew by even though in this year I learned and experienced more than ever before. One of the most important things I realized during my journey is that traveling is a growing understanding of our mother nature, the growing society, different cultures, all the responsibilities we have to be aware of, your own life, human thinking and acting, reasons for living and just being. 

Although I am still Mia I changed in some way. I think a quote of Jonah Lehrer fits quite good at this point: „We travel because we need to, because distance and difference are the secret tonic to creativity. When we get home, home is still the same, but something in our mind has changed, and that changes everything.“  

I didn’t think so much about tomorrow anymore or worry about minor things; everything will turn out all right at some time. Just be patient and never ever give up your hope. „No worries!“ 

It wasn’t easy for me all the time and I was on the brink of giving up a few times. But life is dragging you back with difficulties, it means it’s going to launch you into something great. That is the reason why you can appreciate the good things, because they are special.

And traveling as it’s self definitely is one of these good things for me! Australia in particular. It’s a country of contrasts, of independence and freedom. Even though it’s common to flight to Australia after the school and do work and travel, every single person is undergoing this experience diversely. There will never be a stereotype Backpacker. And I met a lot of Backpackers on my journey from all over the world, with different lifestyles, each and every individual special in their own way. 

I became broadly-minded towards new situations and especially towards people which uncovered me a whole new perspective and a more positive attitude.

For this insight and the most unforgettable time of my life I wanna say THANK YOU to all the beautiful souls I get to know on the way. Strangers turned into friends. Friends turned into family. And without all of you I wouldn’t be as happy as I am today. I literally can’t wait to see everyone of you again on my next trip around the world because I’m not done with traveling at all. There is so much more to see and explore, I could never get enough. It’s a passion that turned into an addiction. 

Whales swim thousands of kilometers every year always finding their way back to the place where they belong and one day I will also travel to Down Under again.

I will come back to Australia – my second home.

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Im nächsten Blog bin ich dann wieder in Asien auf der schönen Insel Bali. Davon lest ihr dann beim nächsten Mal. 

Bis dahin, eure reiselustige Mia

Multikulti Melbourne

Melbourne, eine Metropole so musikalisch, kreativ und künstlerisch wie keine andere. Und so bunt gemischt, wie die Kulturen, waren auch einige Straßen, wie die „Hoiser Lane“. Alle Wände waren verziert mit den unterschiedlichsten Graffitis. Von verschnörkelten Schriftzügen bis hin zu detaillierten Portraits wird dem Auge alles geboten.

 

In Melbourne werden all deine Sinne verzaubert. Und auch wir ließen uns in den Bann dieser Stadt ziehen.

 

Angefangen bei einem wunderschönen Apartment, welches wir nach drei verbrachten Nächten im Hostel mieteten, da es nicht nur günstiger, sondern auch viel luxuriöser war. Es gab ein Fitnessstudio im Haus, einen Pool, sowie eine Sauna und wir hatten im 14. Stock eine perfekte Aussicht auf Melbourne und die untergehende Sonne: 

 

Der vermutlich einzige Ort an dem wir die Sonnenuntergang noch besser betrachten konnten, war auf dem Skydeck im 88. Stock des Eureka Towers. In fast 300 Metern Höhe hat man eine 360grad Aussicht auf Melbourne, welches sich Tagsüber als auch Abends bei der Stadt, fast doppelt so groß wie Berlin, definitiv lohnt!

 

Wenn sich in Melbourne die Sonne verabschiedet, erwacht die Stadt erst richtig zum Leben. Überall gehen die Lichter an und die Restaurants füllen sich mit Touristen aus aller Welt. Auch wir gönnten uns einmal den Weltbesten Burger bei „Betty‘s Burgers“ und ein Veganes Menü bei „Lentil as Anything“, welches auch damals in Sydney schon von uns besucht wurde.

 

Anschließend tauchten wir ein ins Melbourner Nachtleben. Es ging in die total coole Bar „Naked for Satan“, wo wir saftige Cocktails mit noch saftigeren Preisen schlürften. Dafür hatten wir eine wirklich grandiose Aussicht auf Melbournes Skyline. Denn davon kann man einfach nicht genug bekommen!

 

Insgesamt verbrachten wir eine ganze Woche in der Kulturstadt und einer der witzigsten Abenden in denen wir loszogen in die Bars und Clubs, war der Bingoabend im „Base Hostel“ in St. Kilda, der wohl beliebteste Vorort Melbournes.

Es handelte sich um ein ganz besonderes Bingo, wo es bei jeder Zahl eine andere Aufgabe für die Mitspieler gab, was dazu führte, dass zwischendurch alle auf den Tischen tanzten, lauthals Dancing Queen sangen oder eine fremde Person küssen mussten. 

Jan gewann tatsächlich eine Nacht im Doppelzimmer des Hostels, was er aber nicht ausnutzte, da unser AirBnB gegen nichts zu schlagen war.

 

Wenn wir mal genug vom Trubel in der Großstadt hatten, war St. Kilda eine gute Alternative.

Es gab viele kleine Läden in denen man bummeln und schöne Einzelstücke finden konnte, nette Cafés und nicht weit entfernt lag der Brighton Beach. Definitiv nicht der schönste Strand in Australien, aber die vielen kleinen Strandhütten machen ihn dennoch zu etwas ganz besonderem.

 

Der Tag am Brighton Beach war unser letzter Tag in Melbourne. Maxi und ich hatten nur noch knapp zwei Wochen in Australien, da danach unser Visum auslief und wir schon unsere nächste Reise geplant hatten. Wir verabschiedeten uns schweren Herzens von Maxi (der männliche Maxi :D), Maurice und Jan, die wir wirklich lieb gewonnen hatten. Langsam realisierten wir, dass die Reise sich dem Ende näherte und wir schon ein ganzes Jahr in Australien waren. Aber zwei uns bekannte Orte wollten wir nochmal besuchen und so ging es dann für uns weiter.

Wie und wohin es uns führte, verrate ich in meinem nächsten und LETZTEN Blogeintrag aus Australien. Keine Sorge nach Australien ist meine Reise noch nicht zu Ende gewesen 😉

Eure Mia

Eine Straße entlang des Ozeans

Mein Flug ging von Perth nach Adelaide. Dort, wo der Convoy im April angefangen, und wo ich fast drei Monate gelebt und gearbeitet hatte. Jack, ein englischer Lockenkopf den ich aus dem Hostel kannte, holte mich ab und wir fuhren zusammen wieder in die Weinregion McLaren Vale. 

Das Hostel war leer, wie damals im Januar als ich das erste Mal dort gewesen bin. Nur hatten wir jetzt August. Keine Saison für Trauben, keine Arbeit für Backpacker. 

Und doch waren ein paar der alten, bekannten Gesichter immer noch, beziehungsweise wieder da. Und auch Cara, Youri und Liam kamen einen Tag später wieder! Natürlich gab es erstmal ein großes Gruppenkuscheln:

Schon in Perth hatte ich bei einer der Facebook-Gruppen für Backpacker eine Anzeige erstellt, dass ich „Travelbuddies“ suche, um nach Melbourne zu reisen.

Drei (deutsche) Jungs meldeten sich darauf und nach fünf verstrichenen Tagen in McLaren Vale, wie immer mit viel Wein, Anekdoten aus der Zeit im Hostel und guten Freunden, ging es für mich als Nordlicht mit Jan aus Ost-, Maxi aus Süd-, und Maurice aus Westdeutschland Richtung GREAT OCEAN ROAD. 

Jan hatte ein Auto, welches groß genug für uns vier inklusive Gepäck war, und zusätzlich noch eine Matratze auf der zwei von uns schlafen konnten. Die anderen beiden kamen in einem Zelt unter. 

Am ersten Abend machten wir ein kleines Lagerfeuer und lernten uns, beim Schmelzen von Schokolade und Marshmallows, welche wir anschließend zwischen zwei Kekse legten (S‘mores) und dem letzten verbliebenen Wein aus McLaren Vale, ein bisschen besser kennen. 

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Perfekter Start in ein neues Abenteuer

 

Ich verstand mich von Anhieb super gut mit allen und freute mich auf unseren kleinen Road Trip der uns bis nach Melbourne führen sollte.

Doch erst einmal ging es in den Grampians Nationalpark, wo sich atemberaubende Felsformationen aus dem flachen Farmland erheben.

Das Wetter unterschied sich leider von der blendenden Stimmung im Auto. Es war ziemlich kalt und regnerisch. Aber wir waren ja alle nicht aus Zucker. Deswegen liefen wir trotzdem zu mehreren wirklich eindrucksvollen Aussichtspunkten und ließen die Drohne von Jan fliegen. Denn mit der Zeit wurde auch das Wetter besser und die Sonne ließ sich wieder blicken!

 

Die Drohne machte sich besonders nützlich, als wir in Wartnambool zum Logans Beach liefen, da ich gelesen hatte, dass man von dort aus mit etwas Glück Wale vorbeiziehen sehen konnte. Und tatsächlich eine Buckelwalkuh und ihr Kalb strecken nicht weit vom Land ihre majestätischen Körper aus dem Wasser. Es war beeindruckend zu sehen, was für riesige und wundervolle Wesen so nah neben uns leben. Und Jans Drohne hielt diesen Moment wirklich perfekt fest:

Neben den Walen gab es allerdings noch andere Dinge zu entdecken. Maxi, der leidenschaftlicher Geocacher war, weihte mich ein in die Welt der Geocaches und zusammen fanden wir wirklich überall einen neuen „Cach“ Es war fast schon wie eine Sucht 😀 wer sich jetzt fragt: Von was redet Mia da?! Hier ein kleine Aufklärung: http://www.geocaching.de

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Na, was geca(t)ched?

Und ehe wir uns versahen, waren wir auch schon auf der bekannten Great Ocean Road, eine über 400 Kilometer lange Straße, welche sich direkt an der südlichen Küste Australiens entlangschlängelt und durch eine sehr reizvolle Landschaft hindurch führt.

Wir fuhren vorbei an der „Bay of Islands“ und kletterten über den Zaun bis hin zum Felsende,

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stiegen die vielen Stufen hinab zur „Grotto“, wo ein, von der Natur geformtes Tor aussah, wie der Eingang in eine magische Welt,

hielten bei der „London Arch“ an, die 1990 einstürzte, während sich noch zwei Menschen auf dem Felsen befanden (diese wurden mit einem Helikopter gerettet),

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Dort Links brach die natürliche Brücke ein

sahen noch viele weitere Naturspektakel

und kamen schließlich zu dem wohl bekanntesten Stopp an der Great Ocean Road: den 12 Aposteln!

Leider war es hier vollkommen überfüllt und ein Tourist nach dem anderen stieg aus den vielen Reisebussen aus. Wir schoben uns mühselig an den Menschenmassen vorbei, um auch einen Eindruck zu bekommen.

Und auch wenn es wirklich schön war, gefielen mir unsere anderen Stopps viel mehr, da man für sich war und die Natur besser genießen konnte. 

Hier eine kurze Erklärung, was genau die zwölf Apostel (und damit sind die in Australien gemeint :D) sind: Namensbedeutung ungeklärt!

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Twelve_Apostles_(Australien)

Was wiederum ein wirkliches Highlight auf der GOR für mich war, ist etwas wovon ich nicht gedacht hätte, wie besonders es eigentlich ist. Koalas sind mit dem Känguru das Wahrzeichen von Australien und dennoch sieht man sie nicht allzu häufig. Ich habe nur zwei von Ihnen in der Wildnis gesehen und war überglücklich als dieser kleine Freund uns ein wenig abseits der Straße vom Baum aus anschaute:

Nach vier Tagen Regen und Sonnenschein, eiskalten Nächten im Zelt, einer Menge gefundener Geocaches und der leckersten Süßkartoffelsuppe der Welt, kamen wir vier in der überwältigenden Metropole Melbourne an und holten meine verrückte Maxi ab, welche bereits ein Tag vorher angekommen war. 

Was für ein Wiedersehen!

Von dem wohlmöglich besten Apartment und dem Big City Life mit all seinen Reizen erzähle ich euch dann im nächsten Bericht von Vitamia Sea! 

Fühlt euch gedrückt, eure Mia

Die Vorzüge vom südlichen Westernaustralia

Wie heißt es so schön? – Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Aber manchmal muss man sich auch zwischendurch eine kleine Auszeit gönnen. Deshalb beschlossen Ruwen und ich übers Wochenende auf die kleine Insel Rottnest Island zu fahren. Mit der Familie, bei der wir zu der Zeit wohnten, fuhren wir nach Perth und übernachteten in Fremantle, dem Vorort von Perth und ich freute mich, dieses wunderschöne Städtchen nochmal sehen zu können. Wir hatten uns ein AirBnb gebucht und teilten dies mit einem super lieben Ehepaar. Die beiden arbeiteten in der Brauerei von Little creatures. Ein Bier direkt aus Fremantle:

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An original Ale

Am Samstag ging es dann bei semi-gutem Wetter mit der Fähre auf nach Rottnest Island.
Drei Dinge, die mir besonders gut an dieser Insel gefallen:

1. Jede 100 Meter sieht man eine traumhafte Bucht, noch schöner als die Vorherige

2. Es fahren (fast) keine Autos auf der Insel, wodurch die Luft besonders frisch ist und das Fahrradfahren richtig Spaß macht… mit Ausnahme von der gewaltigen Regenschauer, in die wir gerieten und dem vielen Nebel, wodurch die Aussicht behindert wurde und meiner Erkältung, welche diese sportliche Betätigung meinerseits nicht gefiel.. aber das hält einen ja nicht ab, Spaß zu haben 🙂

3. Auf dieser Insel befindet sich das wahrscheinlich niedlichste Lebewesen auf diesem Planeten. Es lächelt immer, ist sehr neugierig und sooo flauschig: ein Quokka 😍

Leider war es zu stürmisch, dass man den Leuchtturm hätte besichtigen können. Dafür erkundeten wir einen abgestellten Zugabteil und im Inneren der Insel den „pink“ Lake, welcher nach meinem Gefühl eher weiß aussah. Aber auch ich kann mich täuschen..

Am späten Nachmittag fuhren wir bei Regen zurück nach Fremantle, wo es wie aus Eimern schüttete. Und ja, Fremantle liegt im Süden und ja es liegt in Australien. Das schlechte Wetter war jedoch vergessen, als uns der AirBnb Besitzer abholte und uns zu einem ausgiebigen Beertasting in seine Brauerei einlud. Von süßem Cider bis hin zu rauchigem Bier, war alles mit dabei.

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Am Sonntag sah der Himmel schon wieder heiter aus und wir trafen uns mit Alexia, Cara und Laura vom berühmten Offroadconvoy Der Offroadconvoy2k17. zum Frühstück. Ich aß das erste Mal eine Acai-Bowl. Für alle die keine Ahnung haben was das ist: Acai Beere – oder kurz: eine unglaublich Leckere, gesunde Portion Vitamine. Wirklich nur zu empfehlen 🙂

Per Zug ging es dann wieder 6 Stunden nach Kalgoorlie, wo die Arbeit nach uns rufte.

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Mein Arbeitswagen

Allerdings nur bis zum nächsten Wochenende. Denn wir hatten schon geplant eine Kameltour zu machen. Ich freute mich die ganze Woche darauf, deswegen war die Enttäuschung umso größer, als wir herausfanden, dass man die Kamelfarm nicht mal mehr betreten darf und die Tiere nur von der Ferne beobachten kann. Also fuhren wir spontan in den Nebenort Coolgardie, wo Ruwen mal wieder gegen die Regeln verstoß, weil er irgendwo hochkletterte.

Nun blieb mir noch ein freies Wochenende bis es erneut hieß die Segel zu setzen und weiter zu reisen.
Am letzten Wochenende ging es für uns Richtung Süden an den Indischen Ozean nach Esperance. Eine Kleinstadt direkt an der Küste, die mit den vielen Stränden und dem in der Nähe liegenden Cape-Le-Grand-Nationalpark wirklich einen Besuch wert ist. Leider spielte auch hier das Wetter nicht richtig mit und es war sehr kalt, was uns abhielt ins Meer zu springen. Nur noch ein Grund mehr für mich nochmal im australischen Sommer wieder zu kommen 🙂 Trotzdem war die Landschaft unbeschreiblich schön und die Buchten einfach atemberaubend.

Der malerische Strand „Lucky Bay“ gehört definitiv zu den schönsten Buchten, die ich in Australien zu Gesicht bekommen habe. Denn nicht nur der strahlend weiße Sand und das klare, türkise Wasser, machten den Strand zu meinem Highlight, sondern vor allem die vielen wilden Kängurus, sorgten für eine einmalige Erfahrung.

Die vielen Buchten ließen sich am besten von ganz oben vom Mount Le Grand betrachten. Vorbei an der Heidelandschaft und auf glitschigen Granitfelsen kletterten wir hoch auf den Berg und wurden oben vom Wind fast wieder hinunter geweht. Dennoch war es die Mühe wert, denn oben hatten wir für kurze Zeit Sonne und der Ausblick war spektakulär.

Genauso spektakulär, war die Fahrt mit Ruwens Auto – Nissan Patrol – als wir in einem gefühlten 80 Grad Winkel den Hügel am Strand von Esperance hinauffuhren. Ich zweifelte an, dass alles gut gehen würde und wir uns überschlagen werden, aber wir kamen problemlos oben an und genossen erneut eine tolle Aussicht.

Zum Abschied fuhren wir an einem weitern nicht pinken „pink“ Lake vorbei (ist leider wetterbedingt) und schauten uns den Sonnenuntergang an.

Schon einige Tage später hieß es mal wieder Abschied nehmen, von einem Ort voller schöner Erinnerungen und vorerst auch von Ruwen, denn nun ging es wieder nach Perth. Von dort aus hatte ich das erste Mal einen Inlandsflug.

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Über den Wolken

Wohin dieser ging und was ich noch alles in meinem letzten Monat in Australien erlebte, erfahrt ihr dann in meinen nächsten Blogbeiträgen.

Fühlt euch gedrückt, eure Mia.

Zwischen Minenarbeitern und fliegenden Ärzten.

Am 19.06. ging es für mich mit der Bahn von Perth aus sechs Stunden ins Innere von Australien: In die Bergbaustadt Kalgoorlie-Boulder. Warum das Datum eine Rolle spielt? Na, weil der liebe Ruwen (aus Auto 2) Geburtstag hatte und ein paar vom Offroadconvoy, unter anderem ich, beschlossen hatten, ihn zu überraschen. Und es war definitiv eine gelungene Überraschung, denn wer kann schon behaupten, dass seine Freunde mal eben 600km fahren, um den Geburtstag gemeinsam mit einem zu verbringen?

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Damit hat er wohl nicht gerechnet 🙂

Ich blieb direkt in der Minenstadt, da ich von Malte und Ruwen erfuhr, dass man wohl sehr gut Arbeit finden konnte. Kalgoorlie ist bekannt für seine große Goldader, die „Golden Mile“, in der sich auch die „Super Pit“ befindet. Eine der größten Goldminen weltweit.

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Die ersten zwei Wochen wohnten wir in einem Wohnwagen von einem Australier namens Shorty, den Malte bereits bei seinem ersten Aufenthalt in Kalgoorlie kennengelernt hatte.

Dadurch konnten wir etwas Geld sparen, was ich nach den ganzen Reparaturen unseres Autos dringend nötig hatte!

Nach zwei Wochen Warten, Bewerbungen schreiben und am Existenzminimum leben, bekam ich endlich eine Zusage für eine Stelle als Kundenbetreuerin in einer Firma für Roadtrains (sehr lange LKWs)

Bei MLG Oz verdiente ich gutes Geld und fühlte mich super wohl mit den Kollegen und da so gut, wie jeden Tag jemand Geburtstag hatte, gab es immer ganz viel Kuchen, dass tat zwar meiner Figur weniger gut, dafür meiner Seele umso mehr. 😀

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Babyshower 😍😍😍

Nach einer weiteren Woche, in der uns Malte verließ und weiter reiste, zogen Ruwen und ich zu einer Familie, die auf ihrem riesigen Grundstück nicht nur einen Tennisplatz, einen Pool und zwei Pferde, sowie drei Hunde hatte, sondern auch noch ein zweites Häuschen mit einem Zimmer, Küche und Bad.

Als Gegenleistung für die Übernachtungsmöglichkeit, arbeiteten wir für einige Stunden in der Woche im Garten.

Ruwen arbeitete in einem Labor, wo das Gestein der Minen gelagert und untersucht und das gefundene Gold entnommen wurde. Ich arbeitete neben meinem Job an der Rezeption auch noch als Putzfrau für Ferienunterkünfte und als Babysitterin bei den Kindern von meinem Chef.

Ich bastelte mit – und kochte für die Kleinen und gemeinsam versteckten wir angemalte Steine im Park. Das ist in Australien an einigen Orten eine Aktion bei der die gesamte Stadt, vor allem die Kinder mit machen. Man sammelt dazu Steine, bemalt sie und versteckt sie anschließend. Danach kann man auf der Facebook-Seite einen Tipp hochladen, wo sie versteckt wurden und der, der sie gefunden hat, lädt dann ein Bild dazu hoch. WA Rocks

Lauter nette Menschen lernten wir in der Zeit in der Minenstadt kennen, aber die Menschen, welche ich am meisten in mein Herz geschlossen habe waren Inga und Andy!

Die Beiden sind die Nachbarn von Shorty und Malte hatte auch sie schon vor dem Convoy kennengelernt.

Ursprünglich kommen die beiden aus Deutschland, aber sie sind nach Australien ausgewandert und haben bereits zehn Jahre in London gelebt. Allgemein haben Andy und Inga schon so einige verrückte, spannende und tolle Sachen erlebt, die sie uns bei gemeinsamen Abendessen mit viel Euphorie erzählten. Inga ist Deutsch-Lehrerin an einer Schule in Kalgoorlie und Andy arbeitet bei den „Royal Flying Doctors“. Dies ist eine gemeinnützige Institution, die für Menschen in den wenig besiedelten Gebieten Austrliens mit Hilfe von Flugzeugen ärztliche Versorgung gewährleistet.

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Zusätzlich ist er noch Hobby-Koch, was sich bei jedem von ihm gezauberte Gericht aufs neue auszahlte. Neben dem ganzen Backpacker-Fraß war sein Essen einfach köstlich!

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Inga und Andy in der Zeitung von Kalgoorlie

Ein Wochenende waren Andy und Inga nicht in der Stadt, deswegen durften wir solange das traumhafte Haus hüten und auf die beiden Katzen Paul und Curt aufpassen:

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Paul, ein norwegischer Waldkater

Durch die Beiden lernten Ruwen und ich auch Andrew kennen. Ein Kollege von Andy, der auch ein bisschen Deutsch konnte und der uns zum Essen in ein Indisches Restaurant einlud. Hier entfachte sich meine Liebe zur indischen Küche! Und da wir vor dem Einzug in das Haus von der Familie mit den Hunden zwei Nächte bei Andrew unterkommen durften, lernten wir auch sein Haus, inklusive seines wirklich monströsen Fernsehers, dem Schachbrett von seinem deutschen Vorfahren, welches wir fleißig bespielten und seine Freundin, mit der wir auch in einem sehr schönen Restaurant essen gingen, kennen.

Auch wenn Kalgoorlie an sich nicht zu den schönsten Städten Australiens zählt, verbinde ich damit eine Menge schöne Momente und ich würde gerne nochmal dahin zurück! (Dann aber lieber, wenn es warm ist.. einmal hatten wir 2 Grad am Morgen und mussten sogar die Frontscheibe am Auto frei kratzen! Und das in Australien..im Juni?!)

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Im nächsten Blog erzähle ich euch dann von unseren Unternehmungen an den freien Wochenenden.

Haltet die Ohren steif, Eure Mia 🙂

Die Audrey Hepburn unter den Städten

Fahr nach Australien, haben sie gesagt!
Da ist es warm, haben sie gesagt!

Von wegen! Als es in Deutschland so langsam wärmer wurde, bekamen wir in Perth mit Temperaturen zu tun, mit denen ich in Australien nicht gerechnet hätte.
Na gut, die teilweise 6 grad am Morgen sind vergleichsweise immer noch angenehm im Vergleich zum kalten Winter im Norden, aber ungewohnt war es trotzdem..

Es lag ein Hauch von Heimat in der Luft, wenn wir bei Sonnenschein durch die Straßen und Gassen von Perth liefen und alle Blätter der Bäume in Herbstfarben getunkt waren.

Und auch der Hafen mit all den Kränen und Containern des wunderschönen Vororts Fremantle erinnerte mich an meine Heimatstadt Hamburg.

In die Stadt Fremantle habe ich mich direkt verliebt. An jeder Ecke gibt es Vintage Shops, Plattenläden und alte Büchereien, die zum Stöbern einladen und überall sind kleine Cafés, eins süßer als das andere.

Aber auch in der Innenstadt von Perth gibt es so einiges zu sehen.
Eindrucksvolle Kunst, schöne Parkanlagen, lange Einkaufspassagen, urige Bars und vieles mehr.
Mir gefällt der Stil dieser Stadt, sie wirkt sehr modern und fortschrittlich, behält aber dennoch ihren eigenen Charme, denn obwohl sie eine brausende Großstadt ist, haben viele Plätze eine gewisse Kleinstadtidylle. Ich fühlte mich jedenfalls direkt wohl und hätte nicht das Gefühl, von der Größe und dem Trubel überfordert zu sein.

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Skyline von Perth

Vielleicht lag dies aber auch an den Leuten mit denen ich meine Zeit verbracht habe.
Denn wie schon im letzten Blog erwähnt, buchten wir, der Offroadconvoy, insgesamt drei Apartments in Perth und gingen zusammen feiern, in nette Bars, bummelten gemeinsam in der Stadt oder aber veranstalteten die ein oder andere Movie-Night bei uns im AirBnB.

Außerdem fuhren wir mehrere Abende zum Kings Park, der einen wirklich perfekten Ausblick auf die Skyline Perths bietet und sich von dort aus ein wunderschönes Farb- und Lichtspiel bestaunen lässt:

Mit der Zeit verkleinerte unsere Gruppe sich immer mehr, da einige für ihr Second Year Visa weiter auf verschiedene Farmen zogen, um dort zu arbeiten und andere noch die restliche Zeit ausnutzen und reisen wollten.
Jeder einzelne Abschied viel mir sehr schwer und einem wurde von Tag zu Tag mehr bewusst, dass die Zeit im Konvoi unwiederbringlich ist und wir dennoch so froh sein können, ein Teil dieses einzigartigen Abenteuers gewesen zu sein. Vermutlich werden wir noch unseren Enkelkindern davon erzählen 😀
Aber schon jetzt haben wir mit dem Offroadconvoy andere Traveller dazu angeregt, auch als Konvoi eine solche Reise durch Australien zu starten. Bei einem Treffen eines neuen Konvois wurden wir eingeladen zu kommen, um selber ein wenig von unseren Erfahrungen zu erzählen und hilfreiche Tipps zu geben. Es war schön nochmal all die Erlebnisse aufblühen zu lassen und zu sehen, was man in der Zeit alles gelernt hat..(leider ist der andere Konvoi dann doch nicht zu Stande gekommen).

Für mich hieß es jetzt jedoch arbeiten!! Das sagte zumindest mein Bankkonto. Unser Hans-Günther (Auto Nr.8) hatte da aber eine ganz andere Meinung..
Wir wollten das Auto planmäßig in Perth verkaufen. Am besten so schnell wie möglich. Leichter gesagt als getan! In Australien gibt es sowas wie den TÜV und zwar die „Road Worthy“. Durch die fiel unser Auto nicht nur einmal sondern gleich dreimal durch, obwohl wir jedes Mal davor zum Mechaniker gingen und die „kaputten“ Teile reparieren ließen. Da das Geld immer knapper wurde und ich in Perth nicht erfolgreich bei der Jobsuche war, entschied ich mich dafür, nach Kalgoorlie zu fahren, um dort nach Arbeit zu suchen.

Es hieß also wieder Abschied nehmen und diesmal von der gesamten Gruppe 8 inklusive unserem Auto, für das ich mittlerweile eine Hassliebe aufgebaut hatte. Für wie lange, war zu dem Zeitpunkt noch ungewiss. Jedenfalls war es unglaublich Traurig, aber das haben Abschiede ja so an sich.. Es blieb die Hoffnung auf einen Job..! Und außerdem waren Ruwen (aus Nr.2) und Malte (aus Nr.4) auch in Kalgoorlie, so dass ich nicht komplett alleine war.

Von meinem Job in der Minenstadt und all den unvorhersehbaren Ereignissen berichte ich beim nächsten Mal. 🙂

Schön dran bleiben, eure Mia.

Ab in den Süden, dem Convoy hinterher..

Eyo was geht?!
Kommt euch irgendwie bekannt vor?
Für mich ging es in Australien ja schon mal gen Süden. Nach der Ostküste blieb nun auch die Westküste von mir nicht unbesucht. Dieses Mal allerdings mit dem #Offroadconvoy2k17 (eine ziemlich coole Truppe). Doch bevor ich von der wunderschönen Landschaft der Küste im Westen Australiens erzähle; hier nochmal ein kurzes Update unserer Gruppenkonstellation:
Nicolina aus Auto Nr. 1 verließ noch vor der Gibb River Road (Survived the Gibb River Road) die Gruppe zusammen mit Anja, Marcel und Hundi Digga aus Auto Nr. 5, da sie in Zeitnot kamen und die Westküste etwas schneller als der Rest von uns befahren wollten. Dafür kam Auto Nr. 5.2 mit Youtuber Steven und Kevin hinzu.

Nach der Gibb River Road gab es für so gut wie alle Autos eine Menge zu reparieren. Unser Hans-Günther benötigte dringend eine neue Halterung für das Rooftoptent. Da diese eine Selbstanfertigung war, mussten unsere Geldbeutel ziemlich darunter leiden. Zudem war die Sache auch ein riesen Zeitaufwand, das hatte jedoch auch seine Vorteile, denn so lernten wir die wunderschöne Kleinstadt Broome ein wenig besser kennen.

Broome hat nicht nur wunderschöne Strände, sondern ist auch bekannt für seine großen Perlenfarmen. Diese betrachteten wir allerdings nur aus der Ferne. Näher wurde uns dafür, in einer Ausstellung, die Contemporary Aboriginal Art (Kunst der Aborigines) gebracht.

Die Weiterfahrt als ganze Gruppe wurde etwas erschwert, da zuerst Nr. 1 und 2 schon vorfuhren, da ihre Autos bereits auf Vordermann gebracht wurden, Nr. 9 allerdings noch das ganze Wochenende auf Ersatzteile warten musste und einige Tage später Auto Nr. 3 bei einem 4WD-Track in der Nähe von der Stadt Port Headland, welche etwas unter Broome liegt, die Kupplung kaputt ging… immer Ärger mit den großen Autos!

Es ging für uns also nur mit einem kleinen Teil der Gruppe zum 80-Mile Beach. Dort sammelten wir fleißig Strandgut und durften auch mit unseren Autos im Sand entlang driften.

Und auch den wirklich beeindruckenden Karijini Nationalpark besuchten wir leider nicht als vollständige Gruppe. Dafür erlebten wir dort den wohlmöglich schönsten Sonnenuntergang meines Lebens. Und das nicht mal am Meer, sondern auf dem Mount Meharry, der mit seinen 1248m, der höchste Berg Western Australiens ist. Nur wirklich gute Geländewagen schaffen die Strecke hinauf, ohne zu versagen. Aus diesem Grund ließen wir unsere geliebte Nr. 8 lieber unten stehen und die anderen nahmen uns in ihren Autos mit. Oben angekommen, hatten wir eine 360grad Sicht auf den Nationalpark:

Als sich die Sonne langsam senkte, fuhren wir die steinige und rutschige Strecke wieder hinab. Ich bewunderte, auf dem Autodach sitzend, den Himmel und die untergehende Sonne:

Am Tag darauf ließen wir die Autos ausnahmsweise mal am Parkplatz stehen und benutzten unsere zwei Beine, um uns fortzubewegen. Es ging an schroffen Felsformationen und Flussläufen vorbei, bis der Weg aufhörte und man sich für die Variante Klettern oder Schwimmen entscheiden musste.
Da ich ja beim letzten Versuch zu Klettern eher weniger Glück gehabt hatte, beschloss ich mich, lieber zu schwimmen. Wie kalt es war, fragt ihr? AR**HKALT! Aber die Umgebung war einfach überwältigend, deswegen vergaß ich einfach, dass ich gerade zu einem Eisblock gefror.
Bei dem darauf folgenden „Spider-Walk“ musste ich dann doch alle Viere von mir strecken und wie eine Spinne mich an dem Felsen entlang hangeln.

Die ganze Mühe machten wir uns für die eisblauen Kermitpools, zu denen wir am Ende der Wanderung gelangten. Da wir ohnehin schon nass waren, hüpften wir in das Wasser, welches aussah, als wäre es einem Märchen entsprungen.

Die Pools waren aber für den Offroadconvoy nicht genug und so kletterten die üblichen Verdächtigen über die Abgrenzung, eine Schlucht hinunter. Kurz und Knapp: dies führte letztendlich dazu, dass unsere ganze Truppe rausgeworfen wurde und ein „Nationalparkverbot“ bekam. Immer diese Jugend heutzutage.. aber bevor ich mich jetzt schon wieder darüber aufregen könnte, erzähle ich lieber weiter, denn das bedeutet ja nur, dass ich nochmal wiederkommen muss!

Am nächsten Ort schrumpfte unsere Truppe um weitere zwei Autos, denn auch unsere geliebte Nr. 7 mit Anna und Freddy und die legendäre Nr. 10 mit Flo und Marius (letzterer allerdings nur vorübergehend) verließen uns, aufgrund des Zeitdrucks, denn das Working Holiday Visa ist ja leider nur ein Jahr gültig.

Zu 5. ging es dann in Tom Price auf den Mount Nameless, – ein Widerspruch in sich – wo wir alle, bei bester Aussicht und Wetter auf den Autos tanzten und eine Wasserschlacht veranstalteten.

Wie bei den 10 kleinen Jägermeistern, verkleinerten wir uns weiter auf drei Autos, da Auto Nr. 1 und 2 in die nächste Stadt fuhren, um dies und jenes reparieren zu lassen. Wir, die Nr. 8 fuhr zusammen mit der Nr. 4 und 5.2 in den Millstream Chichester Nationalpark.
Am Abend machten wir Stockbrot am Lagerfeuer, spielten lustige Spiele, erzählten Erlebnisse über unsere Zeit in Australien und hielten verrückte Interviews über den sagenumwobenen Offroadconvoy.

(Fast) vollständig war der Konvoi dann wieder als wir in Exmouth am 20. Mai morgens die liebe Maxi mit einem Geburtstagskuchen, Luftballons und einer Tombola überraschten:

In Exmouth trauten wir uns auch das erste mal wieder ins Meer, da hier die Gefahr, ein Krokodil anzutreffen, eigentlich nicht mehr bestand.
Wir schnorchelten zuerst am Turiquoise Bay und etwas weiter südlich dann in Coral Bay.
Dort sichteten wir ein paar vereinzelte Fischchen und wunderschöne, rosenförmige Korallen. Mein tiefer Wunsch, mit einer Schildkröte zu tauchen, wurde hier leider noch nicht erfüllt.

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Mia gibt niemals auf!

Dafür sahen wir allerdings eine Schildkröte, von dem alten, morschen Steg aus in Carnavon, im Wasser vor sich hintreiben. Und auch einen ganz klischeehaften Sonnenuntergang

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Ein verlassener Steg, wie poetisch

Denn wie das Sprichwort besagt, geht die Sonne im Westen unter und so konnten wir eigentlich jeden Abend an der Küste direkt am Meer die Sonne am Horizont verschwinden sehen.

Schildkröten, Krokodile, Fische und was fehlt jetzt noch? Haie vielleicht?
Kurz über Shark Bay tauchten einige von uns mit Walhaien, eine sicherlich atemberaubende Erfahrung, für die leider mein Geld nicht ausreichte: ein weiterer Grund nochmal wieder zu kommen! 🙂

Wenn es also in Shark Bay Haie gibt, müsste es im nächsten Ort Monkey Mia doch eigentlich Affen geben.. oder doch ganz viele Mias?
Weder noch! Monkey Mia ist ein UNESCO-Welterbe, dessen Namensherkunft unbekannt ist. Denn statt Affen kommen jeden Morgen hier wildlebende Delfine ans Ufer um sich den ein oder anderen Fisch abzuholen. Es war schön, die Tiere aus direkter Nähe sehen zu können, auch wenn man sich die erste Reihe mit sehr vielen Menschen teilen musste.

Auf der Halbinsel bei Shark Bay veranstalteten wir zusätzlich noch ein Autorennen am Strand von Little Lagoon, bauten eine riesige Sandburg im François Perón Nationalpark und fuhren die sandig rote Strecke bis zum Cape Perón entlang, wo wir von den Sandsteinklippen auf den weichen Strand sprangen, Delfine und Kängurus mit der Drone filmten und einfach glücklich über unsere Freiheit und Unbekümmertheit sein konnten.

Die Landspitze, mit den rostig roten Felsen Western Australias, die steil am unberührten Strand endeten und einen perfekten Blick aufs tiefblaue Meer ermöglichten, war für mich so inspirierend, dass ich garnicht wusste wohin mit all den Eindrücken.

Doch der Offroadconvoy, der ja bekanntlich das Abenteuer liebte, wollte noch westlicher. Zum Steep Point, dem Westlichsten Punkt Australiens, um genau zu sein.
Dieser war wie so viele unserer vorherigen Strecken nur mit einem ausgerüsteten Allradwagen zu erreichen. Es ging auf der zweiten Halbinsel über sehr sandige, steile und steinige Strecken durch den Edelland Nationalpark, bis wir nach zwei aufregenden Tagen am westlichsten Punkt des Australischen Festlandes ankamen.

Der Edelland Nationalpark (in Australien gibt es eine Meeenge NPs) hatte aber noch mehr zu bieten. Zusammen mit der neuen Nr. 11 von Marius ging es zu den Thunderbay Blowholes. Das sind schmale Löcher einer Meereshöhle, die über die Höhlendecke hinauf ins Freie reichen. Wenn eine Brandungswelle auf die Mündung der Höhle auftrifft, wird sie durch die Höhlenwände, wie in einem Trichter, zum Blowhole geführt, was zu diesen spektakulären Wasserfontänen führen kann:

Man kann sagen, wir jagten einem Naturspektakel nach dem anderen hinterher, denn als nächstes Stand „Hutt Lagoon“, ein pinker See in der Nähe des Kalbarri Nationalparks (ich hab’s ja gesagt, es gibt seeehr viele!) auf unserer Zielscheibe. Allerdings fuhren nur wir, die Nr. 8 durch den tiefen Sand über die Dünen zum Pink Lake während die anderen am Strand auf uns warteten.

Vollkommen überwältigt und vielleicht sogar ein bisschen überfordert von den vielen Eindrücken der letzten Tage kamen wir am Abend nach langer Zeit wieder in die Zivilisation in Geraldton an und es gab erstmal für alle ein Festmahl bei Hungry Jacks (der Australische Burger King).

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Haare rot färben leicht gemacht

Langsam wurde uns bewusst, dass die gemeinsame Zeit im Konvoi sich dem Ende entgegen neigte und unser Endziel Perth mit jedem Kilometer gefährlich näher rückte.
Deswegen überlegten wir uns eine herzerwärmende Möglichkeit, jedem zu erzählen was einen an ihm oder ihr gefällt, indem jeder einen Zettel bekam mit seinem Namen und anschließend all den geteilten Gedanken zu der Person darauf. Ich glaube das war und ist eine sehr schöne Erinnerung an die gemeinsame Zeit, die wundervollen Personen und die außergewöhnlichen Abenteuer, die wir teilten.

Aber vor der Großstadt Perth gab es für uns noch zwei weitere Stopps: einmal Die Wüste der Pinnacles, durch die man mit dem Auto fahren und in der man super verstecken spielen kann 😀

Und die Sanddünen in Lancelin, auf denen man zum echten Profisandsurfer wird und auf kleinen Boards die Hügel runterbraust oder mit einem Quad über die Dünen springt. Der Spaß und die Dünen verschonten einen nicht, sodass nicht nur die Mundwinkel vom Lachen wehtaten, sondern auch der Sand in der Unterhose zwickte.

Ein wirklich gelungener Abschluss von diesem unvergesslichen Abenteuer, aus dem ich eine Menge Autokenntnisse, die besten Erinnerungen, einige Narben, lustige Geschichten und Freunde fürs Leben mitnehme.

Von den einzelnen Personen musste ich mich zum Glück noch nicht verabschieden, denn wir buchten uns für die ersten Nächte in der Metropole Perth ein großes AirBnb zusammen.

Was wir dort zusammen unternahmen, wie die Jobsuche verlief und was mir an Perth so gut gefallen hat, erfahrt ihr dann beim nächsten Blog von Vita.mia.n Sea

Fühlt euch gedrückt, Eure Mia.

Noch mehr Bilder findet ihr bei Instagram unter #offroadconvoy2k17

Unsere Star-Youtuber:

Surfing Pirate:

 

Steven on Tour:

 

Little Backpacker:

 

Und die Blogger der Zukunft:

Cara’s Traveldiary:

West Coast, you rock!

Bärtiger Backpacker:

Offroad Adventure Tour

WnT Down Under:

Offroadconvoy2k17

Survived the Gibb River Road

Die Gibb River Road ist wohl das Offroad-Trip Erlebnis schlechthin. 660km zieht sich die Schotterpiste vom Norden der Region Western Australia bis an die Küste. Und der Offroadconvoy wollte sich diesen Trip nicht entgehen lassen.
Doch vorher gab es noch so einiges zu erledigen.

Wir verabschiedeten uns von Darwin und fuhren mit Auto No.3 in den Litchfield Nationalpark. Die anderen fuhren bereits einen Tag vorher los, da sie mit den Reparaturen am Auto schon fertig waren.
Dort besuchten wir gleich drei große Wasserfälle und schwammen im kühlen Wasser.

Als ganzer Konvoi überquerten wir die Grenze nach Western Australia und mussten leider unsere Kartoffeln an der Quarantänestation wegschmeißen. Es dürfen, auf Grund der Krankheiten durch die Fruchtfliegen im Northern Territory, weder Obst noch Gemüse (nur gekocht) mit rübergekommen werden. Unsere Äpfel retteten sich noch schnell in unsere Mägen.

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Neues Territorium 

Im Norden Western Australiens befinden sich die gewaltigen Gebirge der Kimberleys.
Meiner Meinung nach eine der schönsten Regionen Australiens.
Der Erste Stopp, der uns mit seiner Schönheit bereicherte, war der Lake Argyle. Ein Süßwasser-Reservoir, umgeben von rotbraunen Gebirgen. Auf einem der Berge befindet sich ein Infinity Pool, der ein perfekten Panoramablick bietet. Der Offroadconvoy zögerte nicht lange und kühlte sich im Wasser ab.

In der nächstgelegen Ortschaft Kununurra verbrachten wir ein paar weitere Tage. Die Zeit nutzen wir hauptsächlich dafür, unsere Autos klar schiff für die Gibb River Road zumachen und den Verlauf für die nächsten Tage zu planen, da es ungewiss war, wie viele hunderte Kilometer wir ohne Benzin und Wasser auskommen mussten. Abgesehen davon entspannten wir auch ziemlich viel, malten Henna, flochten Zöpfe und weihten unser selbsterfundenes Trinkspiel ein.

Bevor es jedoch endlich gen Gibb River Road ging, passierte noch das ein oder andere Ereignis.
Zuerst fuhren wir hoch nach Wyndham, da sich dort ein paar anspruchsvolle Off-Road Strecken befanden. Wir überquerten mehrere Flussläufe und sehr sehr steinige Abschnitte. Eins der Wasserlöcher war schlammiger und tiefer als vorerst erwartet, so dass zuerst die No.2 und direkt daneben noch die No. 10 stecken blieben.

Nach mehreren Anläufen und knapp einer Stunde gelang es uns beide wieder „rauszuwinschen“
Unser Troopy (Auto 10) schlug sich allerdings etwas unter dem Auto auf, so dass sie auf direktem Wege wieder nach Kununurra fuhren und einen Mechaniker aufsuchten.
Für den Rest ging es aufregend weiter.. der nächste Stopp lag weiter südlich: Die Bungle Bungle Range im Purnululu Nationalpark. Durch die Sonne, kommen die Tigerstreifen der Kuppeln so richtig zur Geltung.

Wir liefen einen steinigen Pfad zwischen den Felsspalten entlang und der Klang in der Schlucht, war ein wenig so wie in einer Kirche, sehr hohl und irgendwie magisch.

Beim nächsten Track entschlossen Stefan (No.1), Ruwen (No.2), Freddy (No.7), Maxi und ich (natürlich No.8) uns dazu, lieber querfeldein zu laufen und ein bisschen die Felsen hoch zu klettern. Der erste Felsen, war durchaus eine Herausforderung, da man unter dem Kies und Sand oft wegrutschte. Jedoch meisterten wir es sogar relativ weit hinauf und hatten eine wirklich beeindruckende Aussicht.

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Kurz vor dem Unglück

Von dort oben erblickten wir einen Felsvorsprung, der an den Felsen von König der Löwen erinnerte.
Voller Eifer ging es für uns fünf also wieder durchs Gebüsch zu dem Felsen. Unten angekommen, stellten wir leider fest, dass nach einigen Metern die Felswand senkrecht verlief. Ich wollte in meinem Kletterwahn trotzdem versuchen weiter zu kommen und klammerte mich an den Steinen im Fels fest. Ich schaffte es auch tatsächlich noch ein wenig höher auf eine waagerechte Stelle, aber von dort aus war es nur noch unmöglicher weiter zu kommen. Also musste ich wieder zurück. Hoch ist ja bekanntlich immer leichter als runter und hin einfacher als zurück. Und so war es auch hier der Fall. Eine gute halbe Stunde versuchte ich an der Felswand wieder festen Halt zu bekommen und als ich die Hälfte überwunden hatte und mich sicher fühlte, brach der Stein unter meinem Fuß ab und ich rutschte 4-5 Meter die steile Felswand hinunter. Ich stand total unter Schock und zitterte am ganzen Körper, aber außer ein paar tiefen Wunden an den Knien und Fingerkuppen ist mir glücklicherweise nichts passiert.

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Doch das nächste Unglück endete tödlich! Und zwar mussten wir uns vor der geliebten No.6 verabschieden. Das Auto von Selina, Laura, Andrea und seid Darwin auch Helena, da Katrin ab Norden uns in No. 9 begleitete, erlitt auf dem holprigen Weg zum schreckeneregenden Wolfs Creek (na, wer kennt den Horror Film?) Wolf Creek Trailer German
einen Achsenbruch.. fast wie im Film!

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Noch so’n Spruch; Achsenbruch

Die Abschleppkosten wären vermutlich höher gewesen, als der Wert des Autos. Vorausgesetzt es würde überhaupt ein Abschleppdienst ins Nirgendwo gefahren kommen. Und auch die Reparaturkosten hätten das Budget der Mädels gesprengt. Die einzige Möglichkeit: Auto stehen lassen.
Wie die Armeisen bauten wir alles aus und ab, was möglich war. Der restliche Tank wurde rausgesogen, das Rooftop Tent auf die No. 7 verfrachtet und die Mädchen auf die Autos verteilt.

Selbstverständlich verabschiedeten wir uns ehrenvoll von dem roten Pajero (genau wie unser) und es gab eine herzzerreißende Beerdigung.

Zurück in Kununurra mussten wir uns leider von Helena und Selina verabschieden, die ich beide wirklich lieb gewonnen hatte. Andrea fand zum Glück noch einen Platz bei der No.1 und Laura in der No.3.

Nach der ganzen Aufregung ging es dann endlich auf die Gibb River Road. Allerdings nicht nur ohne Auto 6, auch ohne die 4 und 10, bei denen weiter Reperaturen anstanden.

660km Gravelroad standen an.
Der Offroadconvoy fuhr vorbei an Palmenwäldern, durch tiefe und lange Watercrossings, und hindurch die gewaltigen Felsen.

Und damit die 4 und die 10 uns ohne Netz trotzdem finden konnten, hinterließen wir Hinweise and den Wegweisern.

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Schnitzeljagd

Wir hielten an einer wunderschönen Oase mit einem Seil zum Reinschwingen, einem Kanu mit Leck und extrem klarem Wasser.

Da in Australien „Entfernung“ eine ganz neue Dimension annimmt, machten wir mal eben einen 100km entfernten Abstecher nach Norden zu den mächtigen Mitchellfalls.
Bei den ganzen Wasserfällen, die ich in Australien besucht und bestaunt habe, waren diese definitiv die beeindruckendsten.

Nach so viel frischer Luft, langer Fahrt und dem ganzen Wandern, waren wir alle müde und freuten uns auf den Schlafplatz, doch leichter gesagt, als gefahr’n! Wir hatten uns einen wilden Campingplatz am Meer rausgesucht. Der Weg war eine echte Herausforderung.. es war stockdunkel, die Seiten komplett zugewachsen, es ging steil auf- und abwärts und der Weg legte uns wortwörtlich dutzende Steine in den Weg und dann stand da plötzlich eine Kuh?! mitten im Weg und glotze uns blöd an.
Naja, nach 2 1/2h hatten wir es irgendwie doch geschafft und erwachten am nächsten Tag mit diesem Ausblick:

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Der Weg hat sich gelohnt
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Drone shot

Und da wir ja noch nicht genug Wasserfälle zu Gesicht bekommen hatten, stoppten wir bei den Infinity Pools am Bell Gorge. Diesmal nicht angelegt, sondern von der Natur kreiert:

Als wir etwas über die Hälfte der Gibb River Road bereits überwunden hatten, trafen wir wieder auf unsere unsere Discovery-Crew der No. 4!! Erst da merkte ich, wie sehr die Leute mir gefehlt haben.

An einem RoadHouse kurz vor dem Ende der Strecke, mussten die Jungs ein wenig an ihren Autos rumschrauben und deswegen entschieden wir Mädels uns dazu anders produktiv zu werden und veranstalteten eine Glitzerparty.

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Eine bunter als die andere
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Patrick unser Star-Visagist
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Glitzer Glitzer

In Derby endete die gefürchtete Gibb und wir hatten es tatsächlich überlebt. Auch die Zehn fand wieder zu uns. Letztendlich war die Straße ziemlich überwindbar gewesen. Dennoch hat uns dieses Abenteuer noch ein wenig mehr zusammengeschweißt. Ich fühlte mich vollkommen angekommen in der Gruppe 🙂

Der nächste Stopp war Broome, was bedeutet wir waren endlich an der Westcoast angekommen!!

Die Landschaft und die Weite an der westlichen Küste Australiens war die Kirsche auf der Torte meines ganzen Aufenthalts in Down Under. Davon lest ihr dann im fünften und letzten Blog des unaufhaltbaren #offroadconvoy2k17.

weiter Videos und Blogs:

Surfing Pirate:

 

Joel Doing Australia:

 

Cara’s Traveldiary:

Survived the Gibb River Road

 

Schön, dass ihr bei meiner Reise dabei seid.
Eure Mia

Von der trockenen Wüste in den tropischen Regenwald

Wir waren nun schon ca. eine Woche in den Autos unterwegs und so langsam wurde es zur Routine, abends das Zelt aufzuschlagen, aus dem Kofferraum des Autos zu leben und einen Po-Krampf vom langen Sitzen zu bekommen. Das Auto war unser Zuhause, der Convoy unsere Familie.
Man gewöhnte sich richtig daran, einen mobilen Wohnsitz zu haben und wurde sehr kreativ, was die täglichen Herausforderungen anging.

Langweilig wurde es trotz der täglichen Routine und der langen Fahrten nicht.
Einmal zum Beispiel erlebten wir ein Buschfeuer mit. Auf beiden Straßenseiten brannten trockene Büsche und Sträucher und das Feuer erstreckte sich über mehrere Kilometer, sodass wir durch eine Wand aus Rauch hindurchfuhren mussten.

Unabhängig vom heißen Feuer, war die trockene Hitze im Outback und die schwüle Luft weiter im Norden teilweise unerträglich. Die Rettung waren unsere Wasserpistolen, die es für $5 im Supermarkt gab. Sogut wie jedes Auto hatte welche und es kam zu wilden (nass bis auf die Unterhose) Wasserschlachten. Die Jungs und vor allem der gute Joel aus Nr. 1 nutze die Wasserpistole auch gerne mal als „Aufweckmethode“ bei uns – Danke dafür!

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Ergib dich! -Marius aus Nr. 10

Pausen zwischen den Fahrten machten wir allerdings nicht nur zum Abkühlen und Entspannen, sondern meistens auch zum Planen der Route und Besprechen der nächsten Ziele. Klar, dass so etwas bei so einer großen Gruppe auch mal etwas länger dauerte 😉 Wir hatten leider auch das Problem, dass viele Nationalparks im Norden noch geschlossen waren, da die Regenzeit gerade erst zu Ende war und viele Straßen überschwemmt waren. Also mussten Alternativen her, damit wir trotzdem etwas vom tropischen Bereich des Northern Territorys zu Gesicht bekamen

Doch bevor es in den Dschungel ging, wo sich nicht nur das Klima sondern auch die Flora und Fauna stark veränderte; wobei einige der Tiere nicht weniger giftig waren als die im Outback,

kamen wir noch an den Devil’s Marbels vorbei (engl. Murmeln des Teufels). Der Ort eine heilige Stätte der Aborigines und umfasst einige tausend runde Granitfelsen.

Anschließend ging es in den Daly Waters Pub. Überall an der Bar und an den Wänden hingen alte Ausweise, Geldscheine, Nummernschilder, Auszeichnungen, und und und von überall her. Aus der ganzen Welt wurden diese Stücke zusammengesammelt und ins australische Nirgendwo gebracht. Jeder kann was abgeben und an die Wand hängen. Also entschied ich mich meinen alten Schülerausweis dazulassen 🙂

Wir spielten noch eine Runde Billiard, tranken ein kühles Bier und tankten unser Auto an einer Retro Tankstelle. Die teuerste Tankfüllung lag übrigens bei $2.10 pro Liter (Vergleich: ~$1,10 in der Großstadt) in einem Reservat von Aborigines irgendwo zwischen Alice Springs und Darwin.

Was auch dazwischen liegt, sind die Nationalparks „Nitmuluk NP“, wo wir zu einem, von der Natur kreierten Wasserpark liefen und dort von den Felsen in den Strudel der Edith Falls sprangen und einen anderen Tag eine 6km lange Wanderung vorbei am Katherine Gorge zum Southern Rockhole machten. Hier war es schon sehr tropisch und das feucht-warme Klima lud ein zum Abkühlen unter den Wasserfällen.

Auch der Kakadu Nationalpark liegt auf dem Weg nach Darwin. Leider war ein Großteil des Gebiets nicht befahr oder begehbar, sodass wir uns nur einen Tag dort aufhielten. Doch dieser Tag war wunderschön, da wir zu den atemberaubenden „Motor Car Falls“ liefen und das Wasserloch ganz für uns hatten.

Da die Autos von all dem roten Outbackstaub ja noch nicht dreckig genug waren, fuhren ein paar von uns gleich mehrere Male und mit vollem Karacho durch ein Schlammloch. Danach sahen die Wagen aus als wären sie auf einer Safaritour mit dem Ziel sich gut vor den wilden Tieren zu tarnen:

Der restlichen Autos der Truppe waren spätestens dann genauso dreckig, als wir zum Gunn Point (östlich von Darwin) fuhren. Nur richtige 4W-Drives konnten die Strecke fahren, da mehrere Schlag- und Schlammlöcher den Boden schmückten.

Kritisch wurde es dann bei dem Abschnitt, wo ein ganzer Flusslauf die Straße versperrte. Das hielt den Offroadconvoy natürlich nicht auf und es ging einmal ab durch die Mitte.

Die Nr. 2 und 4 hatten allerdings ihre Schwierigkeiten. Beide blieben bei den matschigen Stellen stecken, so dass wir den halben Tag an dieser Stelle verbrachten. Um weitere Rettungsaktionen zu vermeiden entschieden sich die restlichen Autos (3,5,6,7 und wir die 8) klugerweise dazu, umzukehren.

Eine Rettungsaktion gab es allerdings noch.
Da wir auf dieser Strecke einige tiefere Wasserlöcher durchquerten, wollten Anna und Freddy diesen lieber ausweichen, denn die Nr. 7 besaß zu der Zeit noch keinen Schnorchel, der normalerweise dafür sorgt, dass der Motor ungehindert funktionieren kann und keine Schäden durch eindringendes Wasser erleidet. Deswegen fuhren sie auf den ausgetrockneten Salzsee neben der Strecke.
Allerdings war er nicht so trocken, wie es zuerst schien und bei einer Kurve grub sich das Auto tiiiieeeef in den Matsch.
Wir versuchten zu schieben, drücken und wackeln, aber das Auto grub sich nur noch tiefer und fester in die lehmige Masse.
Alle packten mit an, holten Schaufeln, Wagenheber, Sand tracks und gruben die Räder wieder frei; versuchten es zumindest. Der Lehm war allerdings so fest, dass dies vorerst nicht wirklich etwas nütze.

Selbst mit den Zuggurten, die wir an Auto Nr. 10 befestigten, bewegte sich das Auto nur minimal. Der Matsch war so widerspenstig, das selbst einer der Straps durchriss.
Innerlich hatte man das Auto schon aufgegeben, aber unser Zusammenhalt und die Hoffnung blieb, so dass wir auch noch nach der Abenddämmerung weiter buddelten. Der Matsch war auf dem ganzen Körper verteilt und so langsam fühlte man sich, wie in einem Survival-Camp.
Nach ganzen 5 Stunden, mehreren Anläufen und gefühlten 100kg entferntem Matsch, wurde die Nummer 7 mit Hilfe von zwei Straps und einer elektrischen Winde aus dem Salzsee befreit. Die Freude und Erleichterung war jedem ins Gesicht geschrieben. Vor allem Anna und Freddy waren vollkommen erschöpft..

Da nun jedes unserer Autos eine Wäsche vertragen konnte, ging es am Tag darauf auf einem 4WD-Track zum Strand. Es war Ebbe, so dass wir am Strand fahren konnten. Es machte unglaublich viel Spaß einfach aufs Gas Pedal zu drücken und den Strand runter zu fegen oder scharfe Kurven zu drehen. Wir saßen oben auf den Autos drauf oder standen auf dem Trittbrettern an der Seite und fuhren durch die kleinen Flussläufe, die ins Meer führten. So wurden die Autos nach und nach auch wieder relativ sauber. Und selbst bei Nr. 7 löste sich der steinharte Lehm.

Der Strand selbst war überseht mit wunderschönen Muscheln und wir fanden eine Platz direkt neben einem Fluss am Strand, wo wir die Nacht über campten. Am Abend wurden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang belohnt!

Als nächstes hieß es für uns zurück in die Zivilisation nach Darwin, die Hauptstadt des Nothern Territory. Nach guten zwei Wochen Outback, Endlosen Weiten, Roter Wüste und eine Zeit voller Abenteuer entspannten wir uns auf einem Campingplatz im Pool und faulenzten die Tage über.

An einem Abend gingen wir mit knapp der Hälfte der Convoyfamily in die Innenstadt, um das Nachtleben in Darwin auszukundschaften. Wir hatten einen total witzigen Abend mit Livemusik, DJs und alle waren am Tanzen. Auch wenn wir nicht lange in Darwin blieben, da ein neues Abenteuer auf uns wartete, hatten wir eine gute Zeit dort 🙂

Und von dem nächsten Abenteuer, einer Autoleiche und der Gibb River Road durch die Kimberleys berichte ich dann im nächsten Blog von unserem #offroadconvoy2k17 .

Hier noch die passenden Videos und Blogs:

Surfing Pirate:

Joel Doing Australia:

Cara’s travel diary:

through the desert up to rainforests & crocodiles/

Haltet die Ohren steif, eure Mia